Moringer und Flüchtlinge feiern Gartenfest mit 100 Gästen

Gut besucht: Zum interkulturellen Gartenfest kamen mehr als 100 Gäste. Vertreter der Kolpingsfamilie Northeim spendeten 500 Euro für die Initiative Flüchtlingshilfe Moringen.
© Schwekendiek

Moringen. Es war eine Begegnung von Sprachen und Kulturen: Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer aus Moringen feierten am Dienstag eine interkulturelle Gartenparty mit vielen Gästen.

Noch vor einem halben Jahr war eine der großen Gartenparzellen in der Moringer Südstadt wenig einladend. Wild wachsende Sträucher wucherten rund um ein Gartenhaus, das über die unebene Rasenfläche kaum zu erreichen war. Heute gibt es dort ordentlich angelegte Beete mit Gemüse, eine Schaukel, Hühner- und Kaninchenställe und viel Platz zum Toben für die Kinder.

„Wir sind fast jeden Tag hier“, erzählt Mazen Khallo. Für seine Familie ist es wie ein kleines Paradies. Mit seiner Frau und den fünf Kindern ist er aus Syrien geflohen, sieben Monate lebt er nun in Moringen. Seit April kümmern sich mehrere Flüchtlingsfamilien gemeinsam um den Garten. Viel Zeit und Arbeit haben sie investiert. Die Idee zu diesem Projekt hatte der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde, denn die Parzelle gehört der Kirche.

Die Hilfsbereitschaft sei nach wie vor groß, berichten Pastor Dirk Grundmann und die Vorsitzende der Moringer Kolpingsfamilie, Sylvia Timpe. „Obi in Northeim hat uns Gartengeräte und eine Bierzeltgarnitur gespendet, einige Moringer Geschäftsleute haben für einen Rasenmäher zusammengelegt“, sagt Timpe. „Auch als wir Fahrräder für die Flüchtlinge gesucht haben, hatten wir ruckzuck genügend zusammen“, ergänzt Grundmann.

Beim großen Gartenfest, das die Flüchtlinge gemeinsam vielen Gästen gefeiert haben, wurde eine weitere Spende übergeben. „Das, was hier auf die Beine gestellt wird, finden wir großartig“, sagt Renate Ehr von der Northeimer Kolpingsfamilie. Mit Margarete Pietsch und Katharina Rudel vom Leitungsteam übergab sie deshalb 500 Euro an die Initiative Flüchtlingshilfe Moringen.

Das Geld stammt aus einem Kuchenverkauf und soll unter anderem für ein neues Sprachprojekt verwendet werden. Ein mobiles Sprachlabor, das ein Göttinger Informatiker entwickelt hat, soll den Flüchtlingen beim Deutsch-Lernen helfen. Zusätzlich gibt es in Moringen und Großenrode bereits seit einiger Zeit Deutschkurse, die von Ehrenamtlichen geleitet werden.

Derzeit leben 26 Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und dem Kosovo in Moringen, darunter viele Kinder. Elf Flüchtlinge wurden in Großenrode untergebracht. Auch hier seien Ehrenamtliche sehr engagiert, sagt Ortsbürgermeister Siegfried Opolka. Beim Gartenfest trafen alle Nationen aufeinander – ein buntes Fest in vielen Sprachen.